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Der Anteil männlicher Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen nimmt stetig zu. Für die zumeist weiblichen Pflegemitarbeiter entsteht dadurch eine echte Herausforderung. Die Katholische Akademie Regensburg trägt dieser Entwicklung beispielsweise mit Ihrem Seminar „Männersachen 3.0“ Rechnung.


Aber nicht nur für das Pflegepersonal, auch für Betreiber und Architekten ergeben sich beim Neubau einer Pflegeeinrichtung oder im Rahmen einer Revitalisierung wichtige Aspekte, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Backen, Sitztanzen, Handarbeiten und Marmelade kochen gehören eben nicht zu den favorisierten Aktivitäten männlicher Bewohner. Zwar nehmen Männer auch an diesen Angeboten im Rahmen einer gemischten Gruppe teil. Sie bevorzugen es aber, in geselliger Runde Skat zu spielen, Fußball zu schauen und handwerklich aktiv zu sein. Ein Architekt hat deshalb bei der Planung eben auch diese Aspekte zu berücksichtigen: wie muss ein Raum beschaffen sein, in dem dies möglich ist, ist es eher ein großer oder kleiner Raum, wo wird dieser bezüglich Infrastruktur der Einrichtung platziert..?

 

Räume für sinnvolle und sinnreiche Angebot in Pflegeeinrichtungen schaffen

Neben diesen eher geselligen Aspekten treten zudem sinnvolle und sinnreiche Angebote für Männer immer mehr auch in den Fokus bei der Planung. Laut der Katholischen Akademie Regensburg bietet beispielsweise das Motto "Heimwerken & Renovieren" beste Möglichkeiten, um mit Männern mit Demenz besser kommunizieren und interagieren zu können. Und so sind auch die Betreiber und Architekten angehalten, diese Aspekte in ihren Planungen zu berücksichtigen. So könnte beispielsweise auch ein Raum zum Handwerken berücksichtigt werden.

 

Differenzierung als Erfolgsfaktor

Nicht nur die Architekten, auch die Betreiber von Pflegeeinrichtungen sind gefragt, mänerbezogene Aspekte in ihrem Konzept zu berücksichtigen. Deshalb ist es wichtig, sich zu fragen, welche Lebenserfahrungen Männer haben, die heute in Alten- und Pflegeeinrichtungen leben, was macht „Mannsein“ für diese Männergeneration aus und welche Angebote hätten diese Männer gerne? Ziel muss es sein, den Bewohnern ein Flow-Gefühl zu vermitteln. Ein Flow-Gefühl stellt sich dann ein, wenn jemand in seiner Tätigkeit oder Aktivität so aufgeht, dass er sich quasi selbst vergisst. Menschen, die sich in einem Flow-Gefühl befinden, sind glücklich und vergessen sogar Krankheiten, manchmal sogar Schmerzen. Sie vergessen Dinge um sich herum und sind sorglos.

Klar ist: Pflegeeinrichtungen stehen in gegenseitigem Wettbewerb. Die meisten Senioren sind mündig und werden bei der Wahl der für sie passenden Pflegeeinrichtung all dies mit ins Kalkül ziehen. Die Maxime muss deshalb also lauten: Der Mensch steht immer im Mittelpunkt der Planung einer Pflegeeinrichtung.